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ADHD e Insonnia

ADHS und Schlaf

23 Giugno 2026/in Blog, Unkategorisiert/da marcofrigeri

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ADHS und Schlaf: spezifische Merkmale

Wenn von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) die Rede ist, denkt man häufig an Aufmerksamkeitsprobleme, Impulsivität und Hyperaktivität. Ein weniger bekannter, aber äußerst häufiger Aspekt betrifft hingegen den Schlaf.

Studien zeigen, dass zwischen 50 % und 80 % der Kinder und Jugendlichen mit ADHS Schlafprobleme aufweisen – ein deutlich höherer Anteil als bei Gleichaltrigen ohne ADHS (Larsson et al., 2023; Hvolby, 2015). Auch bei Erwachsenen ist die Situation ähnlich: Schlafstörungen treten wesentlich häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung (Wynchank et al., 2017).

Zu den häufigsten Schwierigkeiten gehören:

  • Widerstand gegen das Zubettgehen;
  • Schwierigkeiten beim Einschlafen;
  • häufiges nächtliches Erwachen;
  • leichter und unterbrochener Schlaf;
  • Schwierigkeiten beim Aufwachen am Morgen;
  • Tagesschläfrigkeit (Becker, 2020; Larsson et al., 2023).

Einige Studien haben gezeigt, dass Kinder mit ADHS durchschnittlich 30 bis 60 Minuten weniger schlafen als ihre Altersgenossen und eine höhere Anzahl nächtlicher Wachphasen aufweisen (Larsson et al., 2023).

Die Gründe für diesen Zusammenhang sind noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass Schlafprobleme sowohl ein Merkmal von ADHS sein können als auch ein Faktor, der die Symptome verschlimmert. Mit anderen Worten: ADHS und Schlaf scheinen sich gegenseitig zu beeinflussen (Wajszilber et al., 2018).

Darüber hinaus zeigen manche Menschen mit ADHS die Tendenz zu einer „verzögerten biologischen Uhr“: Sie fühlen sich am Abend aktiver, haben Schwierigkeiten, sich zu entspannen, und neigen dazu, später einzuschlafen als der Durchschnitt (Wajszilber et al., 2018).

Wann wird es zum Problem?

Nicht alle Schlafschwierigkeiten erfordern eine fachliche Behandlung. Phasen mit erschwertem Einschlafen können vorübergehend sein und mit Stress, Veränderungen im Tagesablauf oder anderen zeitlich begrenzten Situationen zusammenhängen.

Dennoch ist es wichtig, aufmerksam zu werden, wenn Schlafprobleme häufig auftreten und beginnen, den Alltag zu beeinträchtigen.

Zu den Warnsignalen, die nicht unterschätzt werden sollten, gehören:

  • anhaltende Müdigkeit während des Tages;
  • erhöhte Reizbarkeit;
  • Verschlechterung der Aufmerksamkeitsprobleme;
  • Zunahme von Impulsivität oder Hyperaktivität;
  • nachlassende schulische oder berufliche Leistungen;
  • häufige emotionale und zwischenmenschliche Schwierigkeiten.

Schlafmangel kann viele der typischen Symptome von ADHS verstärken und einen regelrechten Teufelskreis schaffen: Man schläft wenig, die Symptome nehmen zu, und diese wiederum erschweren das Einschlafen und einen erholsamen Schlaf (Larsson et al., 2023; Wajszilber et al., 2018).

In einigen Fällen können sich hinter den Schlafproblemen tatsächliche Schlafstörungen verbergen, wie Insomnie, das Restless-Legs-Syndrom, schlafbezogene Atmungsstörungen oder Veränderungen des zirkadianen Rhythmus. Diese Erkrankungen treten bei Menschen mit ADHS häufiger auf und bleiben oft unerkannt (Wajszilber et al., 2018).

Aus diesem Grund empfehlen Fachleute, dass die Schlafbeurteilung bereits in den frühen Phasen der ADHS-Diagnostik Teil der Behandlung sein sollte.

Mögliche Lösungen: Was kann man tun?

Die gute Nachricht ist, dass sich viele Schlafprobleme durch Verhaltensstrategien und eine gute Schlafhygiene deutlich verbessern lassen.

Eine regelmäßige Routine aufbauen

Jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen hilft dem Gehirn, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren. Dies gilt möglichst auch an Wochenenden.

Vorhersehbare Routinen sind besonders hilfreich für Menschen mit ADHS, die häufig Schwierigkeiten mit dem Zeitmanagement und dem Wechsel zwischen verschiedenen Aktivitäten haben.

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Auf eine gute Schlafhygiene achten

Einige einfache Gewohnheiten können einen großen Unterschied machen:

  • die Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern in der Stunde vor dem Schlafengehen einschränken;
  • Koffein und andere anregende Substanzen am späten Nachmittag und Abend vermeiden;
  • das Schlafzimmer kühl, ruhig und wenig beleuchtet halten;
  • das Bett hauptsächlich zum Schlafen nutzen.

Das von Bildschirmen ausgestrahlte Licht kann nämlich die Produktion von Melatonin beeinträchtigen, dem Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert.

Entspannung fördern

Viele Menschen mit ADHS berichten, dass ihr Geist in den Abendstunden besonders aktiv ist. Atemtechniken, Entspannungsübungen und Achtsamkeit können helfen, die körperliche und mentale Aktivierung vor dem Schlafengehen zu reduzieren.

Auch ruhige Aktivitäten wie das Lesen eines Buches, das Hören entspannender Musik oder eine warme Dusche können den Übergang in den Schlaf erleichtern.

Körperlich aktiv sein

Regelmäßige körperliche Aktivität wird mit einer besseren Schlafqualität und einer Verringerung der Unruhe in Verbindung gebracht. Aerobe Aktivitäten wie Spazierengehen, Laufen, Radfahren oder Schwimmen können dazu beitragen, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu verbessern.

Es ist ratsam, besonders intensive Trainingseinheiten in den Stunden unmittelbar vor dem Einschlafen zu vermeiden.

Eine fachliche Unterstützung in Betracht ziehen

Wenn die Schwierigkeiten über längere Zeit bestehen bleiben oder die alltägliche Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen, sollte man sich an Fachleute wenden, die Erfahrung mit ADHS und Schlafstörungen haben.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass verhaltensorientierte Schlafinterventionen die Behandlung erster Wahl darstellen und nicht nur die Schlafqualität verbessern können, sondern auch positive Auswirkungen auf die ADHS-Symptomatik, das Verhalten und die allgemeine Lebensqualität haben (Becker, 2020).

In einigen Fällen kann die Ärztin oder der Arzt die Anwendung pharmakologischer Behandlungen, wie beispielsweise Melatonin, in Erwägung ziehen, insbesondere wenn Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus vorliegen. Jede medikamentöse Behandlung sollte jedoch mit einer Fachperson besprochen und von dieser begleitet werden.

Fazit

Der Schlaf stellt einen grundlegenden Faktor für das Wohlbefinden von Menschen mit ADHS dar. Einschlafschwierigkeiten, nächtliches Erwachen und Tagesschläfrigkeit sind nicht lediglich eine sekundäre Belastung, sondern können Aufmerksamkeit, Verhalten, Lernen, emotionale Regulation und die Lebensqualität erheblich beeinflussen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, Schlafprobleme nicht als unvermeidliche Folge von ADHS zu betrachten. Eine frühzeitige Erkennung und Intervention durch eine gute Schlafhygiene, Verhaltensstrategien und – wenn erforderlich – fachliche Unterstützung kann wesentlich zum Wohlbefinden der betroffenen Person und ihrer Familie beitragen.

Psychologin
Dr. Maria Giovanna Serena

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Literaturverzeichnis

  • Becker, S. P. (2020). ADHD and sleep: recent advances and future directions. Current Opinion in Psychology, 34, 50-56.
  • Larsson, I., et al. (2023). Sleep interventions for children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD): A systematic literature review. Sleep Medicine, 102, 64-75.
  • Wajszilber, D., Santiseban, J. A., & Gruber, R. (2018). Sleep disorders in patients with ADHD: impact and management challenges. Nature and Science of Sleep, 10, 453-480.
  • Wynchank, D., et al. (2017). Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) and Insomnia: an Update of the Literature. Current Psychiatry Reports, 19(12), 98.
  • Hvolby, A. (2015). Associations of sleep disturbance with ADHD: implications for treatment. Attention Deficit and Hyperactivity Disorders, 7(1), 1-18.

Wenn Sie das Thema vertiefen möchten oder Fragen haben, 👉 KONTAKTIEREN SIE UNS

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