ADHD und Bullying

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Bullying ist ein Beziehungs-, Bildungs- und Gesundheitsphänomen mit dokumentierten Folgen für das psychische Wohlbefinden, die schulische Leistung, die soziale Anpassung und die langfristige psychische Gesundheit. Wenn Bullying auf das Thema der neurologischen Entwicklungsstörungen und insbesondere auf ADHS trifft, wird die Frage noch komplexer: Es geht nicht mehr nur darum festzustellen, „wer was tut“, sondern zu verstehen, wie bestimmte neuropsychologische Funktionsweisen die Vulnerabilität von Kindern und Jugendlichen gegenüber Ausgrenzung, Viktimisierung, Konflikten unter Gleichaltrigen und in manchen Fällen auch gegenüber der Ausübung aggressiver oder schikanierender Verhaltensweisen erhöhen können.Der häufigste Fehler im schulischen und sozialen Umfeld besteht darin, das beobachtbare Verhalten auf eine moralische Eigenschaft des Kindes zu reduzieren: „Es ist ungezogen“, „es provoziert“, „es hält sich nicht an die Regeln“, „es macht das absichtlich“. In manchen Fällen kann das zutreffen; in vielen anderen stellt das Verhalten jedoch die sichtbare Oberfläche einer tiefer liegenden Schwierigkeit bei Selbstregulation, Aufmerksamkeit, inhibitorischer Kontrolle, Emotionssteuerung und sozialer Anpassung dar. Dies zu verstehen bedeutet weder, problematisches Verhalten zu rechtfertigen, noch die pädagogische Verantwortung aufzuheben. Vielmehr bedeutet es, präzisere, gerechtere und wirksamere Interventionen zu entwickeln.

Eine neuroentwicklungsbedingte Funktionsweise – etwas anderes als ein Verhaltensetikett

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die durch anhaltende Muster von Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität-Impulsivität gekennzeichnet ist, welche die schulische, soziale und familiäre Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. Internationale Leitlinien, wie die des britischen NICE, betonen die Bedeutung einer besseren Erkennung, Diagnostik, Versorgungsqualität und Unterstützung über die gesamte Lebensspanne hinweg und nicht nur in der frühen Kindheit (NICE, 2019).

Aus epidemiologischer Sicht variieren die Schätzungen je nach diagnostischen Kriterien, Alter, eingesetzten Instrumenten und Informationsquelle. Eine 2023 veröffentlichte Literaturübersicht schätzte die weltweite Prävalenz von ADHS bei Kindern und Jugendlichen auf etwa 8 %, wobei die Werte bei Jungen höher lagen als bei Mädchen (Ayano et al., 2023). Dieser Geschlechtsunterschied ist mit Vorsicht zu interpretieren: Bei Mädchen kann sich ADHS häufiger durch Unaufmerksamkeit, innere Dysregulation, Angst, organisatorische Schwierigkeiten und weniger sichtbare Hyperaktivität zeigen, wodurch das Risiko einer Unterdiagnostik entsteht.

Aus neuropsychologischer Sicht betrifft ADHS exekutive Funktionen, Arbeitsgedächtnis, inhibitorische Kontrolle, Planung, Aufmerksamkeit, Motivation und Emotionsregulation. Im schulischen Kontext können sich diese Schwierigkeiten in Verhaltensweisen äußern, die Erwachsene als oppositionell interpretieren: häufiges Unterbrechen, Aufstehen, Eindringen in den persönlichen Raum der Mitschülerinnen und Mitschüler, Antworten vor dem Zuhören, unverhältnismäßige Reaktionen auf Frustration, Verlust von Materialien, Vergessen von Arbeitsaufträgen oder Schwierigkeiten, Reihenfolgen und unausgesprochene Regeln einzuhalten.

Der entscheidende Punkt ist die Unterscheidung zwischen Absicht und Kontrollverlust. Ein Kind mit ADHS kann Gleichaltrige verletzen, reizen oder stören, tut dies jedoch nicht immer aus böser Absicht oder mit dem Wunsch nach Dominanz. Bei Bullying umfasst die klassische Definition hingegen Absicht, Wiederholung und ein Machtungleichgewicht. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Wird Impulsivität mit Bullying verwechselt, kann eine neuroentwicklungsbedingte Schwierigkeit bestraft werden, als wäre sie eine bewusste Entscheidung. Gleichzeitig birgt die Zuschreibung jedes aggressiven Verhaltens zu ADHS die Gefahr, Verantwortung aufzuheben und die Betroffenen nicht zu schützen.

Bullying: Machtdynamiken jenseits eines einfachen Konflikts

Bullying wird allgemein als absichtliches aggressives Verhalten definiert, das sich im Laufe der Zeit wiederholt und bei einem tatsächlichen oder wahrgenommenen Machtungleichgewicht ausgeübt wird. Es kann körperlich, verbal, relational oder digital sein. CyberBullying führt eine zusätzliche Dimension ein: die Möglichkeit, dass der Angriff dauerhaft, weit verbreitet, anonym, durch die Gruppe verstärkt und nicht auf den schulischen Raum beschränkt ist.

Eine aktuelle Metaanalyse weist darauf hin, dass Bullying eine verbreitete Form von Gewalt unter Kindern und Jugendlichen ist, die als bedeutendes Problem der öffentlichen Gesundheit anerkannt wird und über die gesamte Lebensspanne hinweg mit negativen Folgen verbunden ist. Dieselbe Übersichtsarbeit verweist auf internationale Daten, nach denen die aktuelle Prävalenz der Bullyingviktimisierung in der allgemeinen jugendlichen Bevölkerung bei etwa 10 % liegt, während die Prävalenz der Täterschaft etwa 6 % beträgt, wobei erhebliche Unterschiede zwischen Ländern, Instrumenten und Altersgruppen bestehen (Chang et al., 2024).

Eine andere Metaanalyse schätzte bei mehr als 600.000 Teilnehmenden eine weltweite Prävalenz von 25 % für Bullyingbetroffene, 16 % für Täterinnen und Täter und 16 % für sogenannte Bully-Victims, also Personen, die sowohl Betroffene als auch Ausübende von Bullying sind. Diese Kategorie ist für die Diskussion über ADHS besonders relevant, weil viele Kinder mit Schwierigkeiten in der Selbstregulation zwischen erlebter Ausgrenzung, impulsiver Reaktivität und problematischem Verhalten gegenüber Gleichaltrigen schwanken können.

ADHS und Beziehungen zu Gleichaltrigen: der Boden, auf dem Vulnerabilität entstehen kann

Die wissenschaftliche Literatur zeigt übereinstimmend, dass Kinder und Jugendliche mit ADHS größere Schwierigkeiten in den Beziehungen zu Gleichaltrigen haben. Sie werden möglicherweise seltener als Spielpartner gewählt, häufiger abgelehnt, sind stärker Konflikten ausgesetzt und anfälliger für soziale Isolation. Die Ursachen lassen sich nicht auf eine einzige Dimension reduzieren.

Impulsivität kann es erschweren, Reihenfolgen einzuhalten, den Tonfall zu regulieren, vor einer Bemerkung innezuhalten oder das Unbehagen anderer wahrzunehmen. Unaufmerksamkeit kann dazu führen, dass wichtige soziale Informationen übersehen werden: ein Gesichtsausdruck, eine Veränderung der Gruppenstimmung oder eine unausgesprochene Spielregel. Emotionale Dysregulation kann eine geringe Frustration in eine intensive Reaktion verwandeln, die von Gleichaltrigen als übertrieben oder bedrohlich wahrgenommen wird. Schließlich können Schwierigkeiten in den exekutiven Funktionen die Fähigkeit beeinträchtigen, einen sozialen Fehler wiedergutzumachen: sich zu entschuldigen, sich zu erklären, zu verhandeln oder eine gemeinsame Lösung zu finden.

Hinzu kommt die Rolle der Stigmatisierung. Das Kind, das „ständig ermahnt“, „ständig unruhig“ oder „ständig fehl am Platz“ ist, wird leicht zum Ziel. Die Klasse lernt, es durch die Linse des Problems zu betrachten. Wenn Erwachsene eine Schülerin oder einen Schüler wiederholt als störend etikettieren, können auch Gleichaltrige diese Darstellung verinnerlichen. Daraus kann eine fortschreitende Ausgrenzung entstehen: zuerst Ablehnung, dann Isolation, dann Hänseleien und schließlich wiederholte Viktimisierung.

Dieser Verlauf ist nicht unvermeidlich, aber vorhersehbar. Und gerade weil er vorhersehbar ist, ist er auch vermeidbar.

Was die Evidenz zeigt

Die robustesten Befunde zeigen, dass junge Menschen mit neurologischen Entwicklungsstörungen oder psychiatrischen Erkrankungen häufiger in Bullying involviert sind – als Betroffene, als Ausübende oder in beiden Rollen. Die in The Lancet Child & Adolescent Health veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse auf Grundlage von 212 Studien ergab, dass bei jungen Menschen mit neurologischen Entwicklungsstörungen oder psychiatrischen Erkrankungen die Prävalenz der Viktimisierung durch traditionelles Bullyingim vergangenen Jahr 42,2 % betrug, während die Prävalenz der Täterschaft bei 24,4 % lag.

Im Vergleich zu Kontrollgruppen hatten diese jungen Menschen signifikant höhere Chancen, als Betroffene, Ausübende oder in einer Mischrolle in traditionelles Bullying verwickelt zu sein: OR 2,85 für Viktimisierung, OR 2,42 für Täterschaft und OR 3,66 für die Mischrolle Täter-Opfer. Auch beim Cyberbullying war das Risiko erhöht: OR 2,07 für Viktimisierung, OR 1,91 für Täterschaft und OR 1,85 für die Mischrolle.

Diese Daten besagen nicht, dass ADHS Bullying„verursacht“. Sie sagen etwas Differenzierteres: Das Vorliegen einer neurologischen Entwicklungsstörung oder einer psychopathologischen Erkrankung erhöht die Wahrscheinlichkeit, in Bullyingdynamiken zu geraten. Die Mechanismen können unterschiedlich sein. Manche jungen Menschen werden ins Visier genommen, weil sie als „anders“, verletzlich, unbeholfen, emotional reaktiv oder sozial isoliert wahrgenommen werden. Andere können aggressives Verhalten zeigen, weil es ihnen schwerfällt, Impulse zu kontrollieren, sie die Absichten anderer falsch deuten, wütend reagieren oder über dysfunktionale Verhaltensweisen eine Position in der Gruppe suchen. Wieder andere gehören zur komplexesten Kategorie: Sie sind Betroffene, werden aber zugleich selbst aggressiv.

Dieselbe Metaanalyse betont, dass die Beteiligung an Bullying in diesen Gruppen mit ungünstigeren Indikatoren der psychischen Gesundheit verbunden ist, insbesondere mit internalisierenden Symptomen, externalisierenden Symptomen, allgemeiner Psychopathologie, Suizidalität und einer schlechteren Funktionsfähigkeit. Bullying ist daher kein einfacher „Schulzwischenfall“: Es kann zu einem Multiplikator psychopathologischer Risiken werden.

Die Bedeutung der Komorbiditäten: ADHS, oppositionelles Verhalten, Angst und Depression

Um den Zusammenhang zwischen ADHS und Bullying richtig zu verstehen, müssen Komorbiditäten berücksichtigt werden. ADHS tritt im klinischen Kontext nur selten in „reiner“ Form auf. Es kann mit einer oppositionellen Trotzstörung, einer Störung des Sozialverhaltens, spezifischen Lernstörungen, Angst, Depression, Schlafstörungen und emotionalen Schwierigkeiten einhergehen. Oppositionelle Symptome oder Symptome einer Störung des Sozialverhaltens können das Risiko für aggressives und konflikthaftes Verhalten erhöhen; Angst, Depression oder ein geringes Selbstwertgefühl können das Risiko für Viktimisierung und sozialen Rückzug erhöhen.

Mit anderen Worten: Das Risikoprofil hängt nicht allein von der ADHS-Diagnose ab, sondern von der Kombination aus ADHS-Symptomen, Emotionsregulation, schulischem Umfeld, Familienklima, Status in der Gleichaltrigengruppe, Reaktionen der Erwachsenen und dem Vorliegen weiterer Störungen. Zwei Kinder mit derselben Diagnose können völlig unterschiedliche Verläufe haben: Ein Kind kann isoliert und viktimisiert werden, ein anderes als störend und aggressiv wahrgenommen werden, während ein drittes gut zurechtkommen kann, wenn es in ein vorhersehbares, unterstützendes und kompetentes Umfeld eingebunden ist.

Deshalb sollte die Schule nicht nur fragen: „Hat das Kind eine Diagnose?“. Sie sollte fragen: „Was braucht diese Funktionsweise, damit sie nicht zu Ausgrenzung, Konflikt oder Risiko führt?“

Die Schule als Ort der Primärprävention

Die Schule ist der Kontext, in dem viele Schwierigkeiten erstmals sichtbar werden. Sie ist zugleich der Ort, an dem sie verstärkt oder eingedämmt werden können. Ein wenig strukturiertes, inkonsistentes oder ausschließlich auf Sanktionen ausgerichtetes Schulumfeld kann die Schwierigkeiten einer Schülerin oder eines Schülers mit ADHS verschärfen: mehr Ermahnungen, mehr Frustration, mehr Scham, mehr Widerstand und mehr Ausgrenzung. Ein vorhersehbares, transparentes, geregeltes und nicht stigmatisierendes Umfeld kann das Risiko dagegen deutlich verringern.

Die wirksamsten Strategien sind nicht jene, die sich darauf beschränken, einmal im Jahr „Bullying zu erklären“, sondern jene, die auf das Schulklima, gemeinsame Regeln, die Aufsicht durch Erwachsene, sozial-emotionales Lernen, Konfliktmanagement und die zeitnahe Reaktion auf Vorfälle einwirken. Eine in JAMA Pediatrics veröffentlichte Metaanalyse berichtete, dass schulische Anti-Bullying-Programme im Durchschnitt kleine bis moderate Rückgänge zeigen, wobei verschiedene Analysen auf eine Verringerung der Bullyingraten um etwa 20 % hindeuten. Eine weitere Metaanalyse auf Basis individueller Teilnehmerdaten von fast 40.000 Kindern und Jugendlichen bestätigte, dass schulische Anti-Bullying-Interventionen sowohl Viktimisierung als auch Täterschaft reduzieren können.

Bei ADHS erfordert Prävention zwei Ebenen: Bullying in der Klasse zu verhindern und zugleich zu verhindern, dass neuropsychologische Schwierigkeiten in soziale Ausgrenzung übergehen. Dies umfasst konkrete Maßnahmen: Fortbildung der Lehrkräfte zu ADHS, klare Routinen, kurze und überprüfbare Arbeitsaufträge, positive Verstärkung, geplante Bewegungspausen, vorausschauendes Management von Übergängen, eine geringere öffentliche Sichtbarkeit von Fehlern, Peer-Mediation, Aufklärung über neuropsychologische Vielfalt und eine stabile Zusammenarbeit zwischen Schule, Familie und klinischen Diensten.

Fortbildungen für Lehrkräfte zu ADHS beruhen auf einer starken Logik: Sie sollen das Wissen der Lehrkräfte erweitern und negative Zuschreibungen gegenüber dem Kind verändern. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse ergab, dass Fortbildungsprogramme zu ADHS das Wissen und das positive Verhalten von Lehrkräften gegenüber Schülerinnen und Schülern mit ADHS-ähnlichen Verhaltensweisen verbessern, auch wenn die Evidenz für direkte Effekte auf die Symptome der Schülerinnen und Schüler weniger belastbar ist. Dieser Befund ist wichtig: Die Schulung von Erwachsenen „heilt“ ADHS nicht, kann aber das Umfeld verändern, in dem ADHS interpretiert und begleitet wird.

Verstehen, ohne zu rechtfertigen

Eine der häufigsten Befürchtungen beim Thema ADHS und Bullying ist, dass klinisches Verständnis zu einer Form von Nachsicht wird. Das ist ein falsches Dilemma. Eine Funktionsweise zu verstehen bedeutet nicht, jedes Verhalten zu akzeptieren. Es bedeutet, die angemessenste pädagogische Reaktion zu wählen.

Wenn ein Jugendlicher mit ADHS einen Mitschüler beleidigt, muss die Beleidigung gestoppt werden. Die betroffene Person muss geschützt werden. Der Schaden muss anerkannt werden. Die Intervention darf sich jedoch nicht auf Bestrafung beschränken. Sie muss fragen: War der Vorfall impulsiv oder geplant? War er einmalig oder wiederholt? Besteht ein Machtungleichgewicht? Versteht der Jugendliche die Auswirkungen seines Verhaltens? Kann er den Schaden wiedergutmachen? Verfügt er über alternative Möglichkeiten, mit Frustration, Scham, Ausgrenzung oder Provokation umzugehen? Verstärkt die Klasse das Verhalten? Greifen die Erwachsenen konsequent ein?

Diese Unterscheidung ist auch entscheidend, um den entgegengesetzten Fehler zu vermeiden: Ein Verhalten, das tatsächlich Bullying darstellt, lediglich als „Impulsivität“ zu behandeln. ADHS darf nicht zu einem Schutzschild werden, hinter dem wiederholte Übergriffe verborgen werden. Die Diagnose hilft, Risikofaktoren zu verstehen; sie beseitigt nicht die Notwendigkeit, diejenigen zu schützen, die betroffen sind.

Eine kompetente Schule muss daher zwei Grundsätze zugleich aufrechterhalten: Verantwortung und Unterstützung. Das Kind mit ADHS muss dabei unterstützt werden, Kontrolle, Bewusstsein, Wiedergutmachung und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Die Mitschülerinnen und Mitschüler müssen vor verletzendem Verhalten geschützt werden. Die Klasse muss lernen, zwischen Verschiedenheit, Störung, Konflikt und Übergriff zu unterscheiden.

Über die Theorie hinaus: gegen Bullying handeln

Wirksame Prävention erfordert Interventionen auf mehreren Ebenen. Auf universeller Ebene muss die gesamte Schule eine Kultur des Respekts, der sicheren Meldung und des zeitnahen Eingreifens teilen. Auf selektiver Ebene müssen besonders vulnerable Gruppen beobachtet werden: Schülerinnen und Schüler mit ADHS, Autismus, Lernstörungen, Behinderungen, chronischen Erkrankungen sowie Angehörige sozialer oder sprachlicher Minderheiten. Auf indizierter Ebene muss bei bereits aufgetretenen Fällen interveniert und zwischen Betroffenen, Ausübenden und Personen in beiden Rollen unterschieden werden.

Bei ADHS sind die nützlichsten Interventionen im Allgemeinen multimodal. Eine bloße „Vermittlung sozialer Kompetenzen“ reicht möglicherweise nicht aus. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Social-Skills-Trainings für junge Menschen mit ADHS zeigte vielversprechende Ergebnisse, die jedoch durch Heterogenität, geringe Nachhaltigkeit im Follow-up und eine nicht immer hohe methodische Qualität begrenzt waren. Die praktische Schlussfolgerung ist klar: Soziale Kompetenzen abstrakt zu vermitteln ist weniger wirksam, als reale Kontexte zu schaffen, in denen diese Kompetenzen geübt, verstärkt und verallgemeinert werden.

Die Interventionen sollten daher Folgendes umfassen:

  • Anpassungen des Umfelds und des Unterrichts;
  • Fortbildung der Lehrkräfte;
  • Elterntraining;
  • Arbeit an der Emotionsregulation;
  • Verfahren zur Wiedergutmachung des Schadens;
  • pädagogische Arbeit mit der Klassengemeinschaft;
  • Aufsicht in Risikosituationen wie Pause, Mensa, Umkleideräumen, Fluren und Klassenchats;
  • Einbeziehung Gleichaltriger in nicht stigmatisierende Unterstützungsmodelle.

Der zentrale Gedanke ist, dass die Prävention von Bullying nicht von der Prävention von Stigmatisierung getrennt werden kann. Ein Kind mit ADHS sollte weder durch Isolation „geschützt“ noch ausschließlich durch Kontrolle „gesteuert“ werden. Es muss kompetent einbezogen werden.

Der internationale Rahmen: Bullying, Neurodiversität und Schulpolitik

International wird Bullying durch große vergleichende Erhebungen wie HBSC beobachtet, die in Zusammenarbeit mit WHO Europa durchgeführt wird. Der HBSC-Bericht 2021/2022 über Gewalt unter Gleichaltrigen und Bullying analysiert Daten von 11-, 13- und 15-jährigen Jugendlichen in 44 Ländern und Regionen Europas, Zentralasiens und Kanadas und beschreibt Bullying, Cyberbullying, körperliche Auseinandersetzungen, Unterschiede nach Geschlecht und Alter sowie soziale Ungleichheiten.

Der am 27. März 2024 veröffentlichte WHO/HBSC-Bericht ist ein wichtiger Bezugspunkt für Forschung, Interventionen und die Planung öffentlicher Politik, da er den Vergleich von Ländern und Schulsystemen anhand gemeinsamer Indikatoren ermöglicht. Der internationale Vergleich darf jedoch nicht als einfache Rangliste gelesen werden. Unterschiede zwischen Ländern spiegeln kulturelle Faktoren, soziale Normen, Erhebungsinstrumente, Meldebereitschaft, Schulpolitik, Lehrkräftefortbildung und den Zugang zu Diensten wider.

Die UNESCO ordnet schulische Gewalt und Bullying als Verletzungen des Rechts auf Bildung, Gesundheit und Wohlbefinden ein und betont, dass kein Land eine wirklich inklusive Bildung gewährleisten kann, wenn Schülerinnen und Schüler in der Schule Gewalt oder Bullying erfahren. Der UNESCO-Bericht Behind the numbers bündelt globale und regionale Evidenz, Vulnerabilitätsfaktoren und Folgen von Bullying und verwendet dabei auch Daten aus GSHS und HBSC.

Fortschrittlichere Systeme bewegen sich tendenziell in eine gemeinsame Richtung: Whole-School-Ansätze, kontinuierliche Fortbildung, Meldeprotokolle, sozial-emotionales Lernen, Einbeziehung der Familien, Aufmerksamkeit für vulnerable Gruppen und die Verzahnung von Schule, psychischer Gesundheit und territorialen Diensten. Bei ADHS bedeutet dies, dass die Bullyingprävention weder allein einer einzelnen Förderlehrkraft übertragen werden noch von der persönlichen Sensibilität einer Lehrkraft abhängen darf. Sie muss zu einer organisatorischen Kompetenz der Schule werden.

Die aktuelle Situation in Italien

In Italien erfolgt die Beobachtung von Bullying unter anderem durch HBSC-Italia, koordiniert vom Istituto Superiore di Sanità gemeinsam mit den Universitäten Turin, Padua und Siena, mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums, in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung und Leistung und unter Beteiligung der Regionen und lokalen Gesundheitsbehörden. Die Erhebung 2022 umfasste Schülerinnen und Schüler im Alter von 11, 13 und 15 Jahren und erstmals auch 17-Jährige; die Datenerhebung fand zwischen Februar und Juni 2022 statt.

Nach den Daten von HBSC Italia 2022 gaben etwa 15 % der Jugendlichen an, mindestens einmal von Bullying oder Cyberbullying betroffen gewesen zu sein. Für wiederkehrendes Cyberbullying meldet EpiCentro unabhängig vom Alter Werte unter 2 %, wobei mehr als 90 % der 17-Jährigen angeben, nie Probleme mit Cyberbullying gehabt zu haben.

Die 2025 veröffentlichten ISTAT-Daten zum Jahr 2023 vermitteln ein breiteres Bild von beleidigenden, respektlosen und/oder gewalttätigen Erfahrungen online und offline. Nach Angaben von ISTAT erklärten 68,5 % der 11- bis 19-Jährigen, in den zwölf Monaten vor der Erhebung mindestens ein beleidigendes, respektloses und/oder gewalttätiges Verhalten erlebt zu haben, während etwa jede fünfte junge Person von Bullying betroffen war. ISTAT weist außerdem auf regionale Unterschiede hin, wobei die Anteile von Bullying im Nordosten, Nordwesten und Zentrum geringfügig höher waren als im Süden Italiens.

Auf rechtlicher Ebene hat Italien seinen Rahmen für Prävention und Bekämpfung durch das Gesetz 71/2017 zum Cybercullying und das Gesetz 70/2024 gestärkt, das die Interventionsstruktur aktualisiert und erweitert. Das Ministerium für Bildung und Leistung verweist im italienischen Rahmen zu Bullying und Cyberbullying ausdrücklich auf diese rechtliche Stärkung. Die Orientierungsleitlinien von 2021 führten wichtige operative Vorgaben ein: Fortbildung der zuständigen Lehrkräfte, die Plattform ELISA, Modelle universeller, selektiver und indizierter Prävention, die Einrichtung von Anti-Bullying-Teams und Notfallteams, Interventionsprotokolle und die Zusammenarbeit mit Fachkräften.

Der kritische Punkt ist jedoch die Umsetzung. Italien verfügt über einen zunehmend differenzierten rechtlichen und strategischen Rahmen, doch die Qualität der Intervention hängt weiterhin stark von der tatsächlichen Fortbildung des Schulpersonals, der Verfügbarkeit zugänglicher territorialer Dienste, der Kontinuität zwischen Schule und Gesundheitswesen, der zeitnahen neuropsychiatrischen Abklärung und der Fähigkeit ab, Diagnosen nicht in Etiketten zu verwandeln.

Im italienischen Kontext werden ADHS und Bullying häufig als zwei getrennte Kapitel behandelt: auf der einen Seite schulische Inklusion und besondere pädagogische Bedürfnisse, auf der anderen die Prävention von Bullying und Cyberbullying. Im Schulalltag begegnen sich diese beiden Bereiche jedoch ständig.

Eine Schülerin oder ein Schüler mit ADHS kann viktimisiert werden, weil die Person als seltsam, aufdringlich, kindlich, irritierend oder verletzlich wahrgenommen wird. Sie kann von Spielen ausgeschlossen, wegen erhaltener Ermahnungen verspottet oder gezielt provoziert werden, um eine explosive Reaktion hervorzurufen. Gleichzeitig kann sie selbst aggressives Verhalten zeigen, weil sie sich nicht stoppen kann, impulsiv reagiert oder versucht, durch unangemessene Verhaltensweisen wieder Status in der Gruppe zu gewinnen. Wenn die Schule diese doppelte Vulnerabilität nicht versteht, greift sie womöglich immer zu spät ein: wenn das Kind bereits etikettiert ist, die Klasse dysfunktionale Rollen bereits gefestigt hat und die Familie die Schule schon als Ort des Konflikts erlebt.

Prävention erfordert daher eine integrierte Betrachtung. In Anti-Bullying-Protokollen sollten neurologische Entwicklungsstörungen ausdrücklich als Vulnerabilitätsfaktoren berücksichtigt werden. In Bildungsplänen für Schülerinnen und Schüler mit ADHS sollte das Risiko von Ausgrenzung, Viktimisierung und Konflikten unter Gleichaltrigen ausdrücklich einbezogen werden. Es reicht nicht, Prüfungen anzupassen oder zusätzliche Zeit zu gewähren: Auch die Qualität der sozialen Zugehörigkeit muss geschützt werden.

Fazit

Der Zusammenhang zwischen ADHS und Bullying lässt sich nicht auf eine einfache Formel reduzieren. Kinder und Jugendliche mit ADHS sind weder „von Natur aus Mobber“ noch ausschließlich passive Betroffene. Sie sind Menschen mit einer neuropsychologischen Funktionsweise, die sie anfälliger für Gruppendynamiken, Ausgrenzung, Viktimisierung, impulsive Reaktivität und in manchen Fällen auch für aggressives Verhalten machen kann. Die wissenschaftliche Literatur zeigt, dass junge Menschen mit neurologischen Entwicklungsstörungen und psychiatrischen Erkrankungen ein erhöhtes Risiko haben, in Bullying involviert zu sein, mit erheblichen Folgen für die psychische Gesundheit.

Die Antwort kann weder Schuldzuweisung noch automatische Entlastung sein. Es braucht einen dritten Weg: die Funktionsweise verstehen, Betroffene schützen, diejenigen zur Verantwortung ziehen, die verletzendes Verhalten zeigen, den Kontext verändern und Stigmatisierung verhindern. Eine wirklich inklusive Schule ist nicht eine Schule, die alles toleriert, sondern eine, die unterscheiden kann. Sie unterscheidet einen Konflikt von einem Übergriff. Sie unterscheidet Absicht von Impulsivität. Sie unterscheidet die Diagnose von der Person. Sie unterscheidet Bestrafung von Wiedergutmachung.

Die wichtigste pädagogische Botschaft lautet vielleicht: Bevor ein Kind etikettiert wird, muss gefragt werden, welche Funktion sein Verhalten erfüllt; nachdem dies verstanden wurde, muss kompetent interveniert werden. Verstehen bedeutet nicht, etwas durchgehen zu lassen. Es bedeutet, nicht länger nur auf das Symptom zu reagieren, sondern an den Bedingungen zu arbeiten, die es wahrscheinlicher machen.

Bei ADHS ist diese Perspektive wesentlich. Denn ein Kind, das ständig für das beurteilt wird, was es noch nicht regulieren kann, läuft Gefahr, seine Identität um Versagen, Wut oder Ausgrenzung herum aufzubauen. Ein Kind dagegen, das verstanden, angeleitet und zur Verantwortung geführt wird, kann lernen, eigene Signale zu erkennen, Fehler wiedergutzumachen, gesündere Beziehungen aufzubauen und einen Platz in der Gruppe zu finden, ohne Zielscheibe oder Aggressor sein zu müssen.

Die Prävention von Bullying beginnt hier: bei der Fähigkeit der Erwachsenen, über das Verhalten hinauszusehen, ohne dessen Folgen zu leugnen.

Psychologe
Dott. Matteo Bontempelli

Quellen und Literatur

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  • Zur Fortbildung von Lehrkräften über ADHS: Ward et al., 2022.
  • Zu schulischen Interventionen bei ADHS: Richardson et al., 2015.
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  • Zu den italienischen Daten: HBSC-Italia/EpiCentro ISS, 2022; ISTAT, 2025.
  • Zum italienischen Rechtsrahmen: Gesetz 71/2017; Gesetz 70/2024; Ministerium für Bildung und Leistung, Orientierungsleitlinien 2021.

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  • Wolke, D., & Lereya, S. T. (2015). Long-term effects of bullying. Archives of Disease in Childhood, 100(9), 879–885.

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ADHD e Bullismo

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Il bullismo è un fenomeno relazionale, educativo e di salute pubblica, con conseguenze documentate sul benessere psicologico, sul rendimento scolastico, sull’adattamento sociale e sulla salute mentale a lungo termine. Quando il bullismo incontra il tema dei disturbi del neurosviluppo, e in particolare dell’ADHD, la questione diventa ancora più complessa: non si tratta più soltanto di individuare “chi fa cosa”, ma di comprendere come alcuni funzionamenti neuropsicologici possano aumentare la vulnerabilità di bambini e adolescenti all’esclusione, alla vittimizzazione, ai conflitti tra pari e, in alcuni casi, anche alla messa in atto di comportamenti aggressivi o prevaricanti.L’errore più frequente, in ambito scolastico e sociale, è ridurre il comportamento osservabile a una qualità morale del bambino: “è maleducato”, “è provocatorio”, “non rispetta le regole”, “lo fa apposta”. In alcuni casi ciò può essere vero; in molti altri, invece, il comportamento rappresenta la superficie visibile di una difficoltà più profonda di autoregolazione, attenzione, controllo inibitorio, gestione emotiva e adattamento sociale. Comprendere questo non significa giustificare il comportamento problematico, né cancellare la responsabilità educativa. Piuttosto, vuol dire costruire interventi più precisi, equi ed efficaci.

Un funzionamento neuroevolutivo, diverso da un’etichetta comportamentale

Il disturbo da deficit di attenzione/iperattività, o ADHD, è una condizione del neurosviluppo caratterizzata da pattern persistenti di disattenzione e/o iperattività-impulsività che interferiscono con il funzionamento scolastico, sociale e familiare. Le linee guida internazionali, come quelle del NICE britannico, sottolineano l’importanza di migliorare riconoscimento, diagnosi, qualità dell’assistenza e supporto lungo l’arco di vita, non soltanto nella prima infanzia (NICE, 2019).

A livello epidemiologico, le stime variano in base ai criteri diagnostici, all’età, agli strumenti utilizzati e alla fonte informativa. Una revisione della letteratura pubblicata nel 2023 ha stimato una prevalenza globale dell’ADHD in bambini e adolescenti intorno all’8%, con valori più elevati nei maschi rispetto alle femmine (Ayano et al., 2023). Questa differenza di genere va interpretata con cautela: nelle ragazze l’ADHD può presentarsi più spesso con disattenzione, disregolazione interna, ansia, difficoltà organizzative e minor iperattività visibile, con conseguente rischio di sottodiagnosi.

Dal punto di vista neuropsicologico, l’ADHD coinvolge funzioni esecutive, memoria di lavoro, controllo inibitorio, pianificazione, attenzione, motivazione e regolazione emotiva. Nel contesto scolastico, queste difficoltà possono tradursi in comportamenti che l’adulto interpreta come oppositivi: frequenti interruzioni, alzarsi, invadere lo spazio dei compagni, rispondere prima di aver ascoltato, reagire in modo sproporzionato a una frustrazione, perdere materiali, dimenticare consegne o faticare a rispettare turni e regole implicite.

Il punto cruciale è distinguere tra intenzionalità e discontrollo. Un bambino con ADHD può ferire, irritare o disturbare i pari, ma non sempre lo fa con cattive intenzioni o con volontà di dominio. Nel bullismo, invece, la definizione classica implica intenzionalità, ripetizione e squilibrio di potere. Questa distinzione è decisiva: confondere l’impulsività con il bullismo può portare a punire una difficoltà neuroevolutiva come se fosse una scelta deliberata. Contemporaneamente, attribuire ogni comportamento aggressivo all’ADHD rischia di deresponsabilizzare e di non proteggere le vittime.

Bullismo: dinamiche di potere oltre il semplice conflitto

Il bullismo viene generalmente definito come un comportamento aggressivo intenzionale, ripetuto nel tempo, esercitato in presenza di uno squilibrio di potere reale o percepito. Può essere fisico, verbale, relazionale o digitale. Il cyberbullismo introduce una dimensione ulteriore: la possibilità che l’aggressione sia persistente, diffusa, anonima, amplificata dal gruppo e non confinata allo spazio scolastico.

Una recente meta-analisi ricorda che il bullismo è una forma comune di violenza tra bambini e adolescenti, riconosciuta come problema rilevante di salute pubblica e associata a esiti negativi lungo tutto l’arco della vita. La stessa revisione richiama dati internazionali secondo cui, nella popolazione adolescenziale generale, la prevalenza corrente della vittimizzazione da bullismo si colloca intorno al 10%, mentre quella della perpetrazione intorno al 6%, pur con variazioni considerevoli tra Paesi, strumenti e fasce d’età (Chang et al., 2024).

Una meta-analisi ha invece stimato, su oltre 600.000 partecipanti, una prevalenza globale del 25% per le vittime di bullismo, del 16% per gli autori e del 16% per i cosiddetti bully-victims, cioè soggetti che sono sia vittime sia autori di comportamenti di bullismo. Questa categoria è particolarmente rilevante nel discorso sull’ADHD, perché molti bambini con difficoltà di autoregolazione possono oscillare tra esclusione subita, reattività impulsiva e comportamenti problematici verso i pari.

ADHD e relazioni tra pari: il terreno su cui può nascere la vulnerabilità

La letteratura scientifica mostra in modo consistente che bambini e adolescenti con ADHD presentano maggiori difficoltà nelle relazioni con i pari. Possono essere meno scelti come compagni di gioco, più frequentemente rifiutati, più esposti a conflitti e più vulnerabili all’isolamento sociale. Le cause non sono riducibili ad una singola dimensione.

L’impulsività può rendere più difficile rispettare i turni, modulare il tono della voce, fermarsi prima di una battuta o leggere il disagio dell’altro. La disattenzione può portare a perdere informazioni sociali importanti: un’espressione facciale, un cambiamento nel clima del gruppo, una regola implicita del gioco. La disregolazione emotiva può trasformare una frustrazione minima in una reazione intensa, percepita dai compagni come esagerata o minacciosa. Infine, le difficoltà esecutive possono compromettere la capacità di riparare dopo un errore sociale: chiedere scusa, spiegarsi, negoziare, trovare una soluzione condivisa.

A questo si aggiunge il ruolo dello stigma. Il bambino “sempre richiamato”, “sempre agitato”, “sempre fuori posto” diventa facilmente un bersaglio. La classe impara a vederlo attraverso la lente del problema. Quando l’adulto etichetta ripetutamente un alunno come disturbante, anche i pari possono interiorizzare quella rappresentazione. Da qui può nascere una forma di esclusione progressiva: prima il rifiuto, poi l’isolamento, poi la presa in giro, infine la vittimizzazione ripetuta.

Questa traiettoria non è inevitabile, ma è prevedibile. E proprio perché è prevedibile, è anche prevenibile.

Cosa sostengono le evidenze

Le evidenze più robuste indicano che i giovani con condizioni neuroevolutive o psichiatriche sono più esposti al coinvolgimento nel bullismo, sia come vittime sia come autori sia come vittime-autori. La revisione sistematica e meta-analisi pubblicata su The Lancet Child & Adolescent Health, basata su 212 studi, ha rilevato che nei giovani con condizioni neuroevolutive o psichiatriche la prevalenza di vittimizzazione da bullismo tradizionale nell’ultimo anno era pari al 42,2%, mentre la prevalenza di perpetration era pari al 24,4%.

Rispetto ai controlli, questi giovani presentavano odds significativamente maggiori di essere coinvolti nel bullismo tradizionale come vittime, autori o vittime-autori: OR 2,85 per la vittimizzazione, OR 2,42 per la perpetration e OR 3,66 per il ruolo misto di perpetrator-victim. Anche nel cyberbullismo il rischio risultava aumentato: OR 2,07 per la vittimizzazione, OR 1,91 per la perpetration e OR 1,85 per il ruolo misto.

Questi dati non dicono che l’ADHD “causa” il bullismo. Dicono qualcosa di più raffinato: la presenza di un disturbo del neurosviluppo o di una condizione psicopatologica aumenta la probabilità di trovarsi dentro dinamiche di bullismo. I meccanismi possono essere diversi. Alcuni giovani vengono presi di mira perché percepiti come “diversi”, vulnerabili, goffi, emotivamente reattivi o socialmente isolati. Altri possono diventare autori di comportamenti aggressivi perché faticano a controllare l’impulso, interpretano male le intenzioni altrui, reagiscono con rabbia o cercano una posizione nel gruppo attraverso modalità disfunzionali. Altri ancora appartengono alla categoria più complessa: sono vittime, ma diventano anche aggressori.

La stessa meta-analisi sottolinea che il coinvolgimento nel bullismo, in queste popolazioni, si associa a peggiori indicatori di salute mentale, in particolare sintomi internalizzanti, sintomi esternalizzanti, psicopatologia generale, suicidarietà e peggior funzionamento. Il bullismo, quindi, non è un semplice “incidente scolastico”: può diventare un moltiplicatore di rischio psicopatologico.

Il nodo delle comorbilità: ADHD, oppositività, ansia, depressione

Per comprendere correttamente il rapporto tra ADHD e bullismo bisogna considerare le comorbilità. L’ADHD raramente si presenta in forma “pura” nei contesti clinici. Può associarsi a disturbo oppositivo-provocatorio, disturbo della condotta, disturbi specifici dell’apprendimento, ansia, depressione, disturbi del sonno e difficoltà emotive. La presenza di sintomi oppositivi o di condotta può aumentare il rischio di comportamenti aggressivi e conflittuali; la presenza di ansia, depressione o bassa autostima può aumentare il rischio di vittimizzazione e ritiro sociale.

In altre parole, il profilo di rischio non dipende solo dalla diagnosi di ADHD, ma dalla combinazione tra sintomi ADHD, regolazione emotiva, ambiente scolastico, clima familiare, status nel gruppo dei pari, risposta degli adulti e presenza di altri disturbi. Due bambini con la stessa diagnosi possono avere traiettorie completamente diverse: uno può essere isolato e vittimizzato, un altro può essere percepito come disturbante e aggressivo, un terzo può funzionare bene se inserito in un contesto prevedibile, supportivo e competente.

Questo è il motivo per cui la scuola non dovrebbe chiedersi soltanto: “Ha una diagnosi?”. Dovrebbe chiedersi: “Di che cosa ha bisogno questo funzionamento per non trasformarsi in esclusione, conflitto o rischio?”.

La scuola come luogo di prevenzione primaria

La scuola è il contesto in cui molte difficoltà emergono per la prima volta. È anche il luogo in cui possono essere amplificate o contenute. Un ambiente scolastico poco strutturato, incoerente o centrato solo sulla sanzione può aggravare le difficoltà di un alunno con ADHD: più richiami, più frustrazione, più vergogna, più opposizione, più esclusione. Al contrario, un ambiente prevedibile, esplicito, regolato e non stigmatizzante può ridurre drasticamente il rischio.

Le strategie più efficaci non sono quelle che si limitano a “spiegare il bullismo” una volta all’anno, ma quelle che intervengono sul clima scolastico, sulle regole condivise, sulla supervisione adulta, sull’educazione socio-emotiva, sulla gestione dei conflitti e sulla risposta tempestiva agli episodi. Una meta-analisi pubblicata su JAMA Pediatrics ha riportato che i programmi scolastici antibullismo mostrano in media riduzioni piccole-moderate, con una diminuzione indicativa di circa il 20% dei tassi di bullismo in diverse analisi. Un’ulteriore meta-analisi individual participant data su quasi 40.000 bambini e adolescenti ha confermato che gli interventi scolastici antibullismo possono ridurre sia la vittimizzazione sia la perpetration.

Nel caso dell’ADHD, la prevenzione richiede un doppio livello: prevenire il bullismo nella classe e prevenire la trasformazione delle difficoltà neuropsicologiche in esclusione sociale. Questo implica alcune azioni concrete: formazione degli insegnanti sull’ADHD, routine chiare, consegne brevi e verificabili, rinforzi positivi, pause motorie programmate, gestione preventiva delle transizioni, riduzione dell’esposizione pubblica all’errore, mediazione tra pari, educazione alla diversità neuropsicologica e collaborazione stabile tra scuola, famiglia e servizi clinici.

Gli interventi di teacher training sull’ADHD hanno un razionale forte: aumentare la conoscenza degli insegnanti e modificare le attribuzioni negative verso il bambino. Una revisione sistematica con meta-analisi ha rilevato che i programmi di formazione per insegnanti sull’ADHD migliorano la conoscenza e i comportamenti positivi degli insegnanti verso gli alunni con comportamenti ADHD-like, anche se l’evidenza sugli effetti diretti sui sintomi degli alunni è meno solida. Questo dato è importante: formare gli adulti non “cura” l’ADHD, ma può cambiare l’ambiente in cui l’ADHD viene interpretato e gestito.

Comprendere senza giustificare

Uno dei timori più frequenti, quando si parla di ADHD e bullismo, è che la comprensione clinica diventi una forma di indulgenza. È un falso dilemma. Comprendere un funzionamento non significa accettare qualunque comportamento. Significa scegliere la risposta educativa più adeguata.

Se un ragazzo con ADHD insulta un compagno, l’insulto va fermato. La vittima va protetta. Il danno va riconosciuto. Ma l’intervento non può limitarsi alla punizione. Deve chiedersi: l’episodio è stato impulsivo o pianificato? È isolato o ripetuto? C’è squilibrio di potere? Il ragazzo comprende l’impatto del proprio comportamento? Sa riparare? Ha strumenti alternativi per gestire frustrazione, vergogna, esclusione o provocazione? La classe sta rinforzando il comportamento? Gli adulti intervengono in modo coerente?

Questa distinzione è fondamentale anche per evitare l’errore opposto: trattare come semplice “impulsività” un comportamento che è invece bullismo vero e proprio. L’ADHD non deve diventare uno schermo dietro cui nascondere prevaricazioni ripetute. La diagnosi aiuta a comprendere i fattori di rischio, non elimina la necessità di proteggere chi subisce.

Una scuola competente deve dunque mantenere insieme due principi: responsabilità e supporto. Il bambino con ADHD deve essere aiutato a sviluppare controllo, consapevolezza, riparazione e competenze sociali. I compagni devono essere protetti da comportamenti lesivi. Il gruppo classe deve essere educato a riconoscere la differenza tra diversità, fastidio, conflitto e prevaricazione.

Oltre la teoria per intervenire sul bullismo

La prevenzione efficace richiede interventi multilivello. A livello universale, tutta la scuola deve condividere una cultura del rispetto, della segnalazione sicura e dell’intervento tempestivo. A livello selettivo, bisogna monitorare i gruppi più vulnerabili: alunni con ADHD, autismo, disturbi dell’apprendimento, disabilità, condizioni mediche croniche, minoranze sociali o linguistiche. A livello indicato, occorre intervenire sui casi già emersi, distinguendo tra vittime, autori e vittime-autori.

Per l’ADHD, gli interventi più utili sono generalmente multimodali. La sola “educazione alle abilità sociali” può non bastare. Una revisione sistematica sui social skills training per giovani con ADHD ha evidenziato risultati promettenti ma limitati da eterogeneità, scarsa tenuta al follow-up e qualità metodologica non sempre elevata. La lezione pratica è chiara: insegnare abilità sociali in modo astratto è meno efficace che costruire contesti reali in cui quelle abilità vengono praticate, rinforzate e generalizzate.

Gli interventi dovrebbero quindi includere:

  • adattamenti ambientali e didattici;
  • training degli insegnanti;
  • parent training;
  • lavoro sulla regolazione emotiva;
  • procedure di riparazione del danno;
  • educazione del gruppo classe;
  • supervisione nei momenti a rischio, come intervallo, mensa, spogliatoi, corridoi e chat di classe;
  • coinvolgimento dei pari in modelli di supporto non stigmatizzanti.

Il concetto chiave è che la prevenzione del bullismo non può essere separata dalla prevenzione dello stigma. Un bambino con ADHD non dovrebbe essere “protetto” attraverso l’isolamento, né “gestito” soltanto attraverso il controllo. Deve essere incluso in modo competente.

Il quadro internazionale: bullismo, neurodiversità e politiche scolastiche

A livello internazionale, il bullismo è monitorato attraverso grandi indagini comparative come HBSC, promossa in collaborazione con l’OMS Europa. Il rapporto HBSC 2021/2022 su violenza tra pari e bullismo analizza dati di adolescenti di 11, 13 e 15 anni in 44 Paesi e regioni di Europa, Asia centrale e Canada, descrivendo bullismo, cyberbullismo, fighting, differenze di genere, età e disuguaglianze sociali.

Il rapporto OMS/HBSC, pubblicato il 27 marzo 2024, costituisce un benchmark importante per ricerca, interventi e pianificazione delle politiche pubbliche, perché permette di confrontare Paesi e sistemi scolastici su indicatori comuni. Tuttavia, il confronto internazionale non deve essere letto come una semplice classifica. Le differenze tra Paesi riflettono fattori culturali, norme sociali, strumenti di rilevazione, propensione alla segnalazione, politiche scolastiche, formazione degli insegnanti e accesso ai servizi.

UNESCO ha inquadrato la violenza scolastica e il bullismo come violazioni del diritto all’educazione, alla salute e al benessere, sottolineando che nessun Paese può garantire un’educazione realmente inclusiva se gli studenti subiscono violenza o bullismo a scuola. Il rapporto UNESCO Behind the numbers raccoglie evidenze globali e regionali, fattori di vulnerabilità e conseguenze del bullismo, utilizzando anche dati GSHS e HBSC.

I sistemi più avanzati tendono a muoversi in una direzione comune: approcci whole-school, formazione continua, protocolli di segnalazione, educazione socio-emotiva, coinvolgimento delle famiglie, attenzione ai gruppi vulnerabili e integrazione tra scuola, salute mentale e servizi territoriali. Nel caso dell’ADHD, questo significa che la prevenzione del bullismo non può essere delegata solo al singolo insegnante di sostegno, né può dipendere dalla sensibilità individuale di un docente. Deve diventare una competenza organizzativa della scuola.

La situazione attuale in Italia

In Italia, il monitoraggio del bullismo passa anche attraverso la sorveglianza HBSC-Italia, coordinata dall’Istituto Superiore di Sanità con le Università di Torino, Padova e Siena, il supporto del Ministero della Salute, la collaborazione del Ministero dell’Istruzione e del Merito e il coinvolgimento di Regioni e ASL. L’indagine 2022 ha incluso studenti di 11, 13, 15 anni e, per la prima volta, anche 17enni; la raccolta dati si è svolta tra febbraio e giugno 2022.

Secondo i dati HBSC Italia 2022, circa il 15% degli adolescenti ha dichiarato di essere stato vittima almeno una volta di atti di bullismo o cyberbullismo. Per il cyberbullismo ricorrente, EpiCentro riporta percentuali inferiori al 2% indipendentemente dall’età, con oltre il 90% dei diciassettenni che dichiara di non aver mai avuto problemi di cyberbullismo.

I dati ISTAT pubblicati nel 2025, riferiti al 2023, offrono un quadro più ampio delle esperienze offensive, non rispettose e/o violente, online e offline. Secondo ISTAT, il 68,5% degli 11-19enni ha dichiarato di essere stato vittima di almeno un comportamento offensivo, non rispettoso e/o violento nei 12 mesi precedenti la rilevazione, mentre circa un ragazzo su cinque ha subito atti di bullismo. ISTAT segnala inoltre differenze territoriali, con quote di atti di bullismo leggermente più alte nel Nord-est, Nord-ovest e Centro rispetto al Mezzogiorno.

Sul piano normativo, l’Italia ha rafforzato il proprio quadro di prevenzione e contrasto attraverso la Legge 71/2017 sul cyberbullismo e la Legge 70/2024, che aggiorna e amplia l’impianto di intervento. Il Ministero dell’Istruzione e del Merito richiama esplicitamente questo rafforzamento normativo nel quadro italiano dedicato a bullismo e cyberbullismo. Le Linee di Orientamento 2021 hanno introdotto indicazioni operative rilevanti: formazione dei docenti referenti, piattaforma ELISA, modelli di prevenzione universale, selettiva e indicata, costituzione di Team Antibullismo e Team per l’Emergenza, protocolli di intervento e collaborazione con figure specialistiche.

Il punto critico, tuttavia, è l’implementazione. L’Italia dispone di un quadro normativo e di indirizzo progressivamente più articolato, ma la qualità dell’intervento dipende ancora molto dalla formazione reale del personale scolastico, dalla presenza di servizi territoriali accessibili, dalla continuità tra scuola e sanità, dalla tempestività delle valutazioni neuropsichiatriche e dalla capacità di non trasformare le diagnosi in etichette.

Nel contesto italiano, ADHD e bullismo vengono spesso trattati come due capitoli separati: da una parte l’inclusione scolastica e i bisogni educativi speciali; dall’altra la prevenzione del bullismo e del cyberbullismo. Nella pratica quotidiana, però, questi due mondi si incontrano continuamente.

Un alunno con ADHD può essere vittimizzato perché percepito come strano, invadente, infantile, irritante o vulnerabile. Può essere escluso dai giochi, preso in giro per i richiami ricevuti, provocato intenzionalmente per ottenere una reazione esplosiva. Allo stesso tempo, può diventare autore di comportamenti aggressivi perché non riesce a fermarsi, perché reagisce impulsivamente o perché cerca di recuperare status nel gruppo attraverso modalità inappropriate. Se la scuola non comprende questa doppia vulnerabilità, rischia di intervenire sempre tardi: quando il bambino è già etichettato, la classe ha già consolidato ruoli disfunzionali e la famiglia vive già la scuola come luogo di conflitto.

La prevenzione richiede quindi una lettura integrata. Nei protocolli antibullismo dovrebbero essere esplicitamente considerati i disturbi del neurosviluppo come fattori di vulnerabilità. Nei piani educativi per studenti con ADHD dovrebbe essere esplicitamente considerato il rischio di esclusione, vittimizzazione e conflitto tra pari. Non basta adattare le verifiche o concedere tempi aggiuntivi: bisogna proteggere la qualità dell’appartenenza sociale.

Conclusione

Il rapporto tra ADHD e bullismo non può essere ridotto a una formula semplice. I bambini e gli adolescenti con ADHD non sono “naturalmente bulli”, né sono soltanto vittime passive. Sono soggetti con un funzionamento neuropsicologico che può renderli più vulnerabili alle dinamiche di gruppo, all’esclusione, alla vittimizzazione, alla reattività impulsiva e, in alcuni casi, alla messa in atto di comportamenti aggressivi. La letteratura scientifica mostra che i giovani con condizioni neuroevolutive e psichiatriche hanno un rischio aumentato di coinvolgimento nel bullismo, con conseguenze significative sulla salute mentale.

La risposta non può essere né la colpevolizzazione né l’assoluzione automatica. Serve una terza via: comprendere il funzionamento, proteggere le vittime, responsabilizzare chi agisce comportamenti lesivi, modificare il contesto e prevenire lo stigma. Una scuola realmente inclusiva non è quella che tollera tutto, ma quella che sa distinguere. Distingue un conflitto da una prevaricazione. Distingue l’intenzionalità dall’impulsività. Distingue la diagnosi dalla persona. Distingue la punizione dalla riparazione.

Il messaggio educativo più importante è forse questo: prima di etichettare un bambino, bisogna chiedersi quale funzione abbia il suo comportamento; ma dopo averlo compreso, bisogna intervenire con competenza. Comprendere non significa lasciare correre. Significa smettere di reagire al sintomo e iniziare a lavorare sulle condizioni che lo rendono più probabile.

Nel caso dell’ADHD, questa prospettiva è essenziale. Perché un bambino che viene continuamente giudicato per ciò che non riesce ancora a regolare rischia di costruire la propria identità intorno al fallimento, alla rabbia o all’esclusione. Al contrario, un bambino compreso, guidato e responsabilizzato può imparare a riconoscere i propri segnali, riparare i propri errori, costruire relazioni più sane e trovare un posto nel gruppo senza dover essere né bersaglio né aggressore.

La prevenzione del bullismo comincia qui: nella capacità degli adulti di vedere oltre il comportamento, senza negarne le conseguenze.

Psicologo
Dott. Matteo Bontempelli

Fonti e bibliografia

  • Per la definizione di ADHD, il suo impatto su funzionamento scolastico, benessere e relazioni sociali: American Academy of Pediatrics, 2019; NICE, 2018/2019; Faraone et al., 2021.
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  • Per il rapporto tra ADHD, disturbi del neurosviluppo/psichiatrici e bullismo: Chang et al., 2024.
  • Per la definizione di bullismo come abuso sistematico di potere, intenzionalità, ripetizione e squilibrio di potere: Olweus, 1993; Wolke & Lereya, 2015; Menesini & Salmivalli, 2017.
  • Per le conseguenze a lungo termine del bullismo sulla salute mentale, sul funzionamento sociale e sull’adattamento adulto: Wolke & Lereya, 2015.
  • Per l’efficacia dei programmi antibullismo scolastici: Ttofi & Farrington, 2011; Gaffney, Ttofi, & Farrington, 2021.
  • Per la formazione degli insegnanti sull’ADHD: Ward et al., 2022.
  • Per gli interventi scolastici sull’ADHD: Richardson et al., 2015.
  • Per il quadro internazionale su bullismo e cyberbullismo: WHO Regional Office for Europe/HBSC, 2024; UNESCO, 2019.
  • Per i dati italiani: HBSC-Italia/EpiCentro ISS, 2022; ISTAT, 2025.
  • Per il quadro normativo italiano: Legge 71/2017; Legge 70/2024; Ministero dell’Istruzione e del Merito, Linee di Orientamento 2021.

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